05 Sep 2008 12:37:36 | Roland Kühl-v.Puttkamer | WEB,becks,brand-entertainment,branded artist,branded-entertainment,mischpult,music,remix,sound communication | Comments
Wer Musik produziert, kennt dieses Gefühl der Macht, an den “Reglern” von (digitalen) Mischpulten zu sitzen. Wie ein Regisseur kann der “Mixer” dem Spiel der Künstler eine besondere Richtung geben. Als Herr der Musik dürfen sich jetzt bei Becks auch die Besucher dieser Website fühlen, ohne durch zuviel Technik und Timing überfordert zu sein.
Über vier verschiedene Loop-Engines mit je 8 verschiedenen Loops können die Nutzer unterschiedliche Tracks neu abmischen, aufnehmen und weiterleiten. Das bedient zum einen den Spaßfaktor, aber auch die Promotion der Künstler und Songs kommt dabei nicht zu kurz. Becks zeigt hier exemplarisch, wie mit Musik erfolgreich Brand Entertainment praktiziert werden kann.
Mein Schnellschuss-Remix von Moby´s “Lift me up” folgt hier (es gibt auch eine Embed-Funktion, aber der Player startet auf dem Werbeblogger unaufgefordert gleich die Musik, mag ich gar nicht auf Websites…).
Seit dem Erscheinen von Googles neuem Browser “Chrome” poppt sie wieder auf, die große Datensch(m)utzthematik. Natürlich hat sich Google in den Blogs schon längst von ihrem Image als “don’t be evil” Garagenfirma verabschiedet und steuert unbeirrbar auf die digitale Weltherrschaft zu. Ja, ja deine Mudder. Genau das ist auch der Grund, warum so viele Menschen plötzlich Angst vor diesem Unternehmen bekommen. Einerseits dringt aus den Firmenmauern nur wenig nach außen, also keine all zu spleenigen Unternehmenschefs (á la Ballmer), so gut wie keine waschechten Firmenskandale oder sonst irgendwelchrn üblichen Negativmeldungen. Natürlich tauchte hier und da unschöne Geschichten in Zusammenhang mit chinesischen Dissidenten auf, natürlich ist Google ein Inbegriff für die Datenkrake schlechthin (komisch is ja auch ein Datensuchgerät), der Online-Werbekiller und das Nonplusultra für die digitale Existenz, denn schon längst ist das eigentliche Mantra des Unternehmens bei allen angekommen: I ‘m googled, therefore I am.
Doch zurück zum eigentlichen Kernthema, dem Datenschutz. Google ist böse, weil sie alles zu dokumentieren scheinen, was wir im Netz so anstellen - jedenfalls eigentlich nur mit den Produkten von Google, macht ja sonst kaum jemand. Seltsamerweise haben wir aber keine Probleme damit, an irgendwelchen Online-Gewinnspielen teilzunehmen, ein Profil bei Xing, Facebook und Co. zu haben und unsere Urlaubsfotos bei Flickr einzustellen. Wir schreien nach Web 2.0, dem Mitmachweb, bei dem die eigene Profilneurose nie befriedigt genug zu werden scheint und wehe, wir tauchen im Ranking bei Google weiter unten auf oder unsere Adsense-o.ä.Linkverkaufs-Einnahmen sinken durch zu wenig COntent und Vernetzung. Wir haben kein Problem damit unsere intimsten Daten (inkl. Kreditkartengedöns) Amazon & eCommercekonsorten zu übergeben und zigfache Schufaauskünfte hinter unserem Rücken ablaufen zu lassen, so dass dabei sogar unser dortiges Ranking (Scoring) schlechter wird und wir plötzlich nur durch fleißiges Konsumieren als finanziell unzuverlässig klassifiziert werden. Wir haben kein Problem damit, mobil zu telefonieren, SMS zu verschicken, einen biometrischen Pass erstellen zu lassen oder unsere Krankendaten in Zukunft auf einen winzigen Chip zu speichern. Wir haben kein Problem damit, bei Versicherungsanträgen großer Konzerne ausführlich zu berichten, welche körperlichen und seelischen Leiden wir hatten oder haben werden. Wir stören uns nicht daran, dass unser Staat angeblich zur dessen und damit auch unserer Sicherheit unsere Internetaktivitäten dokumentiert, wir schreien nicht auf, wenn wir - bevor wir eine staatliche Stelle antreten - angeben müssen zu welcher Religionsgemeinschaft wir gehören oder wie wir politisch ticken. Auch machen wir kaum Geschrei, wenn unsere Passagierdaten von Land zu Land gereicht werden (sind ja keine Terroristen, haben also nix zu befürchten) oder wir Fingerabdrücke und weiteres hinterlassen müssen, um in das freie Amerika einzureisen. Aber als Webseiten-, Forums- oder Blogbesitzer möchten wir natürlich nicht auf die Statistiken zu unseren Besucherzahlen und die IP-Nummernkontrolle für Trolls, Spammer und anonyme Pöbler verzichten.
Ich frage also: Wieviel von dem passiert parallel während man sich gleichzeitig über einen Browser aufregt, den man - ganz im Gegensatz zum IE - noch nichtmal benutzen MUSS?
Das soll nicht den mangelhaften Datenschutz von Googles neustem Handstreich in Schutz nehmen oder gutheißen, relativieren oder bejubeln. Das soll lediglich ein Bewusstsein dafür schaffen, dass der gläserne Mensch längst zur Realität geworden ist - was nicht gut ist, aber auch nicht gleich höllisch sein muss, dazu ist das Thema einfach viel zu komplex. Wer seine Daten wirklich schützen will, sollte sobald wie möglich die westliche technologisierte Zivilisation verlassen. Denn es wäre ein Irrglaube zu meinen, man bekäme auf immer kostenlose Softwareprodukte, ohne auch im entferntesten irgendwie mit etwas zu bezahlen. Persönliche Daten sind die neue Währung. Das haben wir uns mit unserem “im Internet ist alles kostenlos” und die Wahl des Konsumtempels und der jeweiligen Regierungsvertreter selbst eingebrockt.
Wer also anonym surfen und digitale Produkte nutzen will, kommt nicht an den Hackertools und Falschidentitäten vorbei. Wer nicht möchte, dass irgendwelche Leute wissen, dass ihr euch Pornoseiten im Netz anschaut, sollte die Adware und Trojanerverseuchten Seiten sowieso gleich meiden und sich lieber gleich eine kleine Heimproduktion zulegen (weil ausleihen und bestellen ist auch nicht wirklich ohne Dateneingabe möglich, ne). Wer sich anonym vernetzen will, hat meiner Ansicht nach das Internet nicht wirklich verstanden. So, nun dürft ihr draufhauen und weiter Horrorszenarien stricken oder euch mal überlegen, wozu man solche Daten zur Abwechslung auch mal “unböse” einsetzen könnte, denn auf kostenlose Bequemlichkeit will ja irgendwie auch niemand verzichten, oder?
Die meisten Kreativen, Werber, Marketing-Fuzzis und Kommunikationsberater etc. von uns verdienen in der Regel im Angestelltenverhältnis, als Agenturinhaber oder Freelancer ihr täglich Brot.
Der Werbeblogger gibt euch jetzt im anschließenden Kommentarfeld die Möglichkeit, eure kommerzielle Website (die Eigene oder die des Arbeitgebers) zu verlinken (ggf. mit einer kurzen Beschreibung). Spam wird allerdings gnadenlos gelöscht. Im Gegenzug nehmen wir bzw. ihr als unsere Leser die Websites unter die Lupe und bewerten sie in loser Folge gemeinsam. Kommen genug Teilnehmer zusammen, wird am Ende ein Voting über einen Gewinner entscheiden, ggf. in verschiedenen Kategorien (z.B. Inhabergeführte Werbeagenturen, Networks, Freelancer, Grafiksites, Fotografen-Portraits, Business-Blogs etc.)
Ich fange selbst gleich einmal an und freue mich auf viele weitere Links und Teilnehmer…
Die Serie von “Will it blend?!” ist in ihrem Erfolg nicht aufzuhalten. Mittlerweile dürften große Marken dem Format vermutlich bereits Geld geben, um ihre eigenen Produkte im Mixer zerhacken zu lassen. Smartes Co-Branding Konzept.
Der (PR)-Erfolg von Google Chrome ist beeindruckend. Unterstützend praktiziert Google aktives “Storytelling” und veröffentlicht eine Art Comic rund um das neue Browser-Thema.
Die gesamte Internetgemeinde kennt seit gestern kaum ein anderes Thema. Der neue -superschlanke und schnelle - Browser von Google ist zum Download freigegeben. Aus unternehmensstrategischer Sicht ist dieser Schachzug genial, wer sich allerdings als Internet-Nutzer und Konsument nicht durchgängig in die Hände eines Unternehmens begeben will, wird kaum mit fliegenden Fahnen seinen bisherigen Browser wechseln.
Natürlich haben auch andere Browseranbeiter -allen voran Microsoft- nicht nur das Wohl der Menschheit im Sinn, aber die Dimension, in welche Google jetzt vorstößt, ist gigantisch.
War Google bisher auf das Kerngeschäft des “Suchens” fokussiert, wird mit dem neuen Browser klar, dass nicht nur das Suchen, sondern auch das Besuchen von Websites und deren Inhalten von Google in Zukunft wunderbar ausgewertet werden kann. Google konnte bisher im Schwerpunkt “nur” feststellen, welche Seiten über die Google Suchmaschinenergebnisse besucht werden. Mit Diensten wie iGoogle und vor allem jetzt mit dem neuen Browser “Chrome” hat Google den perfekten Zugriff auf das Leseportfolio bzw. Navigationsverhalten von Internet-Nutzern und die Datenkrake hat einige relevante Fangarme mehr.
Als großer Vorteil des neuen Browser wird angegeben, dass die bei allen Browsern übliche Adresszeile gleichzeitig Suchfeld ist, welche im direkten “Dialog” mit den Google-Serven kommuiniziert. Ein gutes Gefühl habe ich dabei nicht. Ganz einfach könnte Google das Surfverhalten einzelner Browsernutzer analysieren und -natürlich- für gezielte Werbung ausweiten.
Was haben wir uns früher alle immer aufgeregt, als Microsoft als Betriebssystem ständig “nach Hause telefonieren” wollte. Viele externe Programme wurden entwickelt, um Microsoft diese Unart abzugewöhnen.
Wenn allerdings Microsoft gelegentlich “nach Hause telefoniert” hat, dann liegt jetzt bei Google “Chrome” eine “Standleitung” vor, die in Echtzeit das Surfverhalten dokumentiert. Warum nur regt sich keiner darüber auf? Ist Google der nette Webonkel, während Microsoft und andere eher für die böse Internet-Schwiegermutter stehen, denen man ja freiwillig gar nichts über sich erzählen will?! Oder lassen wir uns durch die von Google proklamierte “Open Source Strategie” automatisch verblenden, da dieser Begriff in der Netzgemeinde für vermeindliche Transparenz steht?
Mir jedenfalls kommen diese Allmachtsstrategien aus dem Hause Google allmählich sehr gruselig vor und -solange es eben möglich ist- werde ich sicher nicht alles auf “eine Karte” setzen.
Wie wir anlässlich des Jubiläums der Fachzeitschrift “Horizont” erfahren dürfen, sind die “Huh hu hu”-Klänge von Daimler tatsächlich menschlichen Ursprungs und wahrhaftig engelsgleich. Jetzt fühle ich mich wirklich schlecht, liebe Jungvonmatter…
Nach kleiner Pause melden wir uns mit der neunten Ausgabe unseres Late Night Podcast zurück. Wir (Patrick, Tim, The Kaiser und ich) sprechen -wie gehabt- spontan und in plauderiger Runde über dies und das aus der Welt der Werbung und darüber hinaus. Themen in dieser Ausgabe u.a.:
Nils von Ikea und warum geht der Kerl nicht ans Telefon?!! Wir hätten ihn gern live im Podcast eingebunden…
Es ist Freitag, 11 Uhr, in einer Altbauwohnung beim Berliner Kudamm. Nach Fingerfood und Bionade erscheint Christian Ulmen mit seinem gewohnt unterschwelligem Witz. Der kleinen Presserunde, hauptsächlich zusammengesetzt aus diversen Online-Portalen, ist sofort klar: Das wird eine piffige Pressevorführung. Ulmen spricht von einer “Internetation”: Erstmals wird eine Produktion direkt fürs Internet gemacht. Auf ulmen.tv werden die neuen Sendungen absofort kostenlos per Video on Demand bereitgestellt. Ulmen meint dazu selbstsicher, dass ja das Fernsehen die Zweitverwertung machen könne.
Im Fernsehen sei seine Serie “Mein neuer Freund” gut gelaufen. Ulmen grinsend: “Obwohl so gut dann wieder nicht.” Das Fernsehen setzte die Sendung ab, weshalb die Fangemeinde eine Petition startete. Als Reaktion wurde die Staffel wieder aufgenommen. Im Anschluss zeichnete sich ein starker Erfolg auf Videoportalen ab. Und genau diese Entwicklung brachte Ulmen dazu, die Geschichten von zunächst Uwe Wöllner, Alexander von Eich und Knut Hansen nun im Netz fortzuführen. In der TV-Serie mussten die Mitspieler Ulmens Persönlichkeiten drei Tage lang aushalten um 10.000 Euro zu gewinnen. Die Freunde und Familien der Mitspieler wussten nichts von den versteckten Kameras und waren somit die Gelackmeierten.
Das Konzept ist jetzt anders: Die drei “Charakterköpfe” haben nun ein eigenes Format. Bei “Alexander von Eich hilft” steht eine sozial schwache Familie im Fokus, die er motivieren möchte, “der Gosse zu entfliehen.” So muss sich der Familienvater anhören, er habe “kein Wohlstandsbauch sondern einen Armutswands.”
Der norddeutsche Starsänger Knut Hansen möchte nun auch in Bayern sein Liedgut verbreiten. Und wer ein Star ist, möchte auch als solcher empfangen werden: Der Bürgermeister von Chamerau - Ur-Bayer, der mit Untertiteln übersetzt wird - zeigt mit stolzer Brust den Ort und weiht ihn in einige Dorfgeheimnisse ein: “Und wenn du mal Spass haben willst, fährst du nur 15 Kilometer hinter die tschechische Grenze in den Club Pyramide.”
Nach den zwei aktiven, “bösen” Rollen wird Ulmen in der dritten Rolle zum Loser: Uwe Wöllner soll geholfen werden wieder ins Leben zu finden. Ähnlich wie bei Fernseh-Bewerbungs-Shows trifft Uwe zunächst auf eine Jobtrainerin, die ihm die Themen Sex und Computer beim Bewerbungsgespräch untersagt. Der unscheinbare Uwe lässt sich aber nicht unterkriegen und kontert scharf.
Somit arbeiten die drei Herren mit bekannten TV-Inhalten. Ulmen vergibt nun nicht mehr nur ein Augenzwinkern über die gespielten Rollen, sondern auch über die vielen deutschen Reality-Fernsehformate. Vor etwa einem Jahr fing Christian Ulmen wieder an in die Rollen zu schlüpfen und drehte drei Wochen lang. Bis heute entstanden 200 Stunden Rohmaterial, weshalb ab sofort täglich neue Beiträge auf ulmen.tv hochgeladen werden. Auf dem eingebetteten Blog (Anm. d. Red.: Jeder Charakter führt übrigens einen eigenen, wunderbar auf sich zugeschnittenen Blog) freut sich Ulmen auf die Reaktionen, die sicherlich nicht nur durchweg positiv sein werden.
Ab Dezember wird Christopher als neuer Mitspieler hinzu kommen. Da Christian Ulmen mit einem Zwinkern einen Kommentar ablehnte, bleibt es spannend, ob es ein Freak, ein Fiessling, ein Möchtegern-Künstler oder eine ganz andere Rolle geben wird.
Ergänzung Patrick Breitenbach: Das Internetformat bietet jede Menge provokativen Stoff, der im TV sicherlich so nie gesendet werden würde. So lässt Alexander v. Eich die fiktive Hartz4-Familie vor laufender Kamera immer wieder erniedrigen: “Wir sind die Unterschicht. Wir sind Mongos”. Das schmerzt sogar bei hartgesottenen Satirefans. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass eigentlich Alexander von Eich, als größenwahnsinniger Nazi-Adel im Mittelpunkt der Karrikatur steht. So oder so, die Beiträge werden mächtig für Wirbel sorgen, egal ob ein bayrischer CSU-Dorfbürgermeister (”ich muss bei der CSU sein, sonst werde ich nicht gewählt”) die Puffs an der 30km entfernten tschechischen Grenze weiterempfiehlt oder Alexander von Eich Menschen wie Vieh behandelt und agieren lässt. Alles in allem vollzieht Ulmen hier eine großartige Gesellschaftssatire und wie man schon bei Borat beobachten konnte, sind es die nichtfiktiven Personen, die durch ihre Reaktion (weggucken oder offenherziges Plaudern) am meisten schockieren. Ulmen bleibt, trotz sicherlich auftretender Proteste und moralischen Verurteilungen für mich nicht nur ein großartiger Schauspieler, sondern vor allem ein einzigartiger Till Eulenspiegel unserer Zeit. Mehr davon!
30 Aug 2008 14:08:20 | Roland Kühl-v.Puttkamer | VIRAL,IKEA,lars,nils | Comments
Samuel Beckett jedenfalls lässt seine zwei Landstreicher warten und warten, allerdings kommt niemand. So sieht im Moment auch die Website “warum-bis-september-warten.de” aus, die sich als “creative copy” und Trittbrettfahrer von Ikea-Nils aufmacht, der erste Spoof einer vermutlich längeren Copykette vergleichbarer Grundideen sein zu wollen. Leider ist -ganz Godot- niemand auf der Seite zu sehen, auch nachdem ich gemäß kleinem Hinweis auf der Seite das erforderliche Windows-Media-Plugin für meinen Firefox-Browser installiert hatte.
Bereits gestern hatte die nette Dame von Tixelmedia GmbH mich telefonisch auf ihre Pressemitteilung vorbereitet (immer eine gute Idee übrigens…) und diese folgte dann auch prompt via Mail mit Angaben über das neue Projekt:
„Warum bis September warten? Für ein paar neue Möbel braucht man keinen Katalog, sondern nur ein paar gute Freunde“, sagte sich Lars Ruhnau aus dem baden-württembergischen Leimen. Seit Donnerstag sitzt der 21-Jährige, der im Wintersemester in Heidelberg ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing beginnen will, in Mannheim und wartet auf neue Möbel. Die Lifestyle-Community ticCity stellt den virtuellen Käfig samt Web-Cam. Eine Freundin hat dem angehenden Studenten den Nebenraum ihrer Tanzschule bis 10. September überlassen. Jetzt können Internet-User nicht nur sehen, wie sich die Bude füllt und mit Lars Kontakt aufnehmen, sondern ihn sogar selbst besuchen.
Erst vorgestern haben wir in unserem Late-Night Podcast (Sonntag abend online) natürlich über Nils und Ikea gesprochen und uns auch kritisch über die fehlende Interaktion von Nils geäußert. Es gäbe also Raum für deutliche Verbesserungen und Agenturen, die diese Idee übernähmen, würden schnell folgen. Jetzt ist es also soweit, nur sehe ich nichts. Liegt es an meiner Konfiguration? Vermutlich nicht. So bleibt es ein Rohrkrepierer, denn ohne Livecam bzw. ohne Livebild ist selbst der beste Spoof dieser Art eben eher peinlich, auch wenn es “nur” die Firefox-Nutzer betrifft. Außerdem ist mir völlig unverständlich, warum man überhaupt auf den Windows-Media-Player setzt, mit üblem iframe-Code zum Einbetten in die eigene Website, der als Voreinstellung eine Seitenbreite von 802! Pixeln vorsieht, was wohl kaum ein Blogformat hergibt. Vielleicht ist die Sendepause aber auch nur temporär und technisch bedingter Art, aber auch dann wäre es doch ratsam, schnell zu handeln und die Interessenten mit einem kleinen Hinweis zu informieren, was durchaus auch unterhaltsam umgesetzt werden könnte. Mal sehen, wann auch der eingebettete Code etwas anzeigt…
29 Aug 2008 09:28:15 | Patrick Breitenbach | VISION,aaron sorkin,facebook,film,movie,Sony,west wing | Comments
http://feeds.feedburner.com/~r/werbeblogger/wp/~3/377927500/Wer die amerikanische Politserie http://feeds.feedburner.com/~r/werbeblogger/wp/~3/377927500/West Wing schonmal gesehen hat, weiß dass die Drehbücher mit einem unglaublichen Tempo, jeder Menge Wortwitz und einem großen Gespür für Charaktere verfasst wurden. Eben dieser Autor, sein Name lautet Aaron Sorkin, soll nun angeblich für Sony Pictures das Drehbuch zu dem Kinofilm zu Facebook schreiben. Ich meine, klar, die Ereignisse im weißen Haus, mit all ihren Krisen, http://feeds.feedburner.com/~r/werbeblogger/wp/~3/377927500/Weltkonflikten und sonstigen politischen Intrigen sind sicherlich genauso spannend wie die Entstehungsgeschichte von Facebook - kein Zweifel, oder?
Noch ist das Ganze ja auch nur ein Gerücht, mag man den Aussagen einer Facebooksprecherin glauben und ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass sich Mr. Sorkin (der zu Recherchezwecken nun eine Facebookgruppe eröffnet hat), Sony und Facebook da eine interessante Promotionaktion ausgedacht haben. Facebook mal wieder in den Entertainmentmedien, erzeugt Klickzahlen für Facebook (Kleinvieh macht auch …) und Sony kriegt Rabatte auf “Engagement Ads”. Wie dem auch sei, auch das sind bisher nur alles Gerüchte.
28 Aug 2008 18:38:39 | Patrick Breitenbach | MEDIA,mccafe,mcdonalds,positionierung,starbucks,strategie,unsnobby | Comments
McDonalds bzw. McCafé in den USA (speziell Seattle) positioniert sich - ganz im Gegensatz zum deutschen Markt - nun konträr und gezielt ganz weit weg von der klassischen Konkurrenz wie Starbucks & Co. Die Neuorientierung scheint ziemlich frech und drastisch umgesetzt zu werden. So kann man unter “Unsnobby Coffee” sofort erkennen, welche Marschrichtung McCafes zukünftig einnehmen. Sie “entsnobbisieren” zukünftig den Coffe-to-go-Verkauf und versprechen ihren Kunden, dass sie in ihren Läden wesentlich einfacher und schneller an einen köstlichen Espresso kommen als in den anderen Schicki-Micki-Weltmusikläden, in denen es Kaffee mit den (laut Kampagne) durchgeknalltesten Namen gibt.
Für den Konzern wahrscheinlich ein richtiger Schritt sich wieder auf das eigentliche Kerngeschäft zu konzentrieren, also darauf, womit man in der Vergangenheit in den USA großen Erfolg hatte: Billiges, schmackhaftes Essen für die ganze Arbeiterfamilie, also auch den eigenen Angestellten. Das meine ich noch nicht einmal sarkastisch. In den Zeiten des verstärkten Lohndumpings (US will be the next China) braucht ein Großteil der Bevölkerung eben keinen überteuerten, dreifachen fettfreien Caramel-Frappuchino ohne Sahne, sondern schlichtweg schwarzes Gold - und zwar fix. Natürlich fährt man hierzulande genau die gegengesetzte Strategie. Bei uns hat die Coffeehousekultur mit to-go-Charakter noch nicht wirklich Fuß gefasst und somit hat unser Burgerliebling auch große Chancen in diesem Marktsegment Fuß zu fassen. Sie brauchen jedenfalls keine neuen Ladenlokale anmieten, sondern mussten ihre Bestandsbuden einfach nur umrüsten.
28 Aug 2008 15:44:54 | Roland Kühl-v.Puttkamer | SPOTS,bill ayers,clinton,obama,wahlkampf,wahlwerbung | Comments
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Als Hillary Clinton gegen ihren Parteigenossen Barack Obama um die US-Präsidentenkandidatur der Demokraten kämpfte, gab sie den konservativen Kräften willkommene Steilvorlagen, die nun gegen ihren jetzigen Kandidaten und damit auch gegen sie selbst als Parteigenossin gerichtet sind. So diskreditierte sie Obama in einer öffentlichen Debatte noch im April diesen Jahres, indem sie ihm Kontakte und Verbindungen zu der ehemals radikalen linken Gruppierung “The Weathermen” vorwarf, im Besonderen zu dem heutigen Englischprofessor Bill Ayers, der damals als einer der Köpfe der militanten Organisation galt.
Dieses Thema wird jetzt aggressiv in einem Anti-Obama-Spot der konservativen “American Issues Project” in Szene gesetzt. Der Spot wird in den USA heiß diskutiert. Fox News und CNN haben es offensichtlich abgelehnt, diesen Spot auszustrahlen, auch nachdem Obama sich massiv gegen die Veröffentlichung dieses Spots einsetzte.
Die Website der Spot-Initiatoren sagt mit ihren Bilderserien der Homepage schon eine Menge über die Gesinnung und politische Richtung der Betreiber aus, in Worten nicht minder:
“The American Issues Project was founded to champion the conservative values that have made the United States of America a blessed nation: smaller government, a strong and ready national defense, lower taxes, and a government that encourages entrepreneurship and new job creation in America. We also know how critical it is for America to win the war against the radical Islamic…”
27 Aug 2008 12:33:35 | Patrick Breitenbach | VIRAL,Fotos,kannibalismus,werbung | Comments
Wie Roland sehr richtig in seinem Beitrag bereits konstatierte, haben sich selbstverzehrende Geschöpfe scheinbar einen gewissen viralen Effekt. Das mag daran liegen, dass ein Tabubruch an und für sich beim Menschen auch immer den Drang hervorruft, sich entweder darüber zu empören oder das ganze aufgrund seines rebellischen Eigengeschmacks als richtig “cool” zu klassifizieren. Das Tabu “Kannibalismus” ist in der Faunageprägten Werbewelt schon lange keines mehr. Dennoch geht diese Themenwelt noch einen kleinen Schritt weiter. Denn meist werden diese Tiere ja vermenschlicht dargestellt, also anthropomorphisiert. Es werden mittlerweile sogar extra Sammlungen und Fotoreihen zu diesem Thema angelegt (Danke an Julian für den Tipp). Aber warum um alles in der Welt stehen wir auf sich selbstverspeisende Kreaturen, die uns so ähnlich sehen? Klar, zur Not frisst der Teufel Fliegen und der gläubige Christ schonmal den ein oder anderen Muslime, aber wieso meinen wir, dass wir mit sich selbstverputzenden Tieren auch mehr Fleisch/Fisch verkaufen können? Ich bin so gut, dass ich mich sogar selbst essen würde?
27 Aug 2008 12:05:39 | Roland Kühl-v.Puttkamer | LIEBLING,amnesty international,petition,TBWA | Comments
TBWA Paris hat ihre Kampagne für Amnesty International um einen weiteren großartigen Spot - oder sollte ich besser Kurzfilm sagen - erweitert. Die Bildsprache, und auch der unterlegte Sound wirken sehr intensiv und nehmen gleich mehrere aktuelle Themen von Menschenrechtsverletzungen und Verfolgungen auf. Die “Schwarz-Weiss”-Metapher, welche hier für die Pole “Böse” und “Gut” steht, ist gelegentlich zwar auch ganz anders besetzt (”Ebony and ivory, living in perfect harmony…“), aber so oder so ist diese Produktion für mich ein Highlight im bisherigen Jahr 2008. Grandios.
Desweiteren planen wir diese Woche (sollte ich nicht kurzfristig mit zum kreißen müssen) eine Sonderausgabe unseres guten alten Werbeblogger Late Night Podcasts. Wir möchten darin u.a. eine kleine Zeremonie zum 25-jährigen Jubiläum der Horizont abhalten (die ich mir dafür sogar extra kaufen muss und nein, wir werden dafür leider nicht bezahlt). Könnte lustiger werden als das Thema vermuten lässt, vor allem weil ihr eure ganz besonderen (Geburtstags)grüße in diesen Podcast platzieren dürft. Gefällt euch die Horizont auch so gut wie all die geschalteten Anzeigen in der aktuellen Ausgabe vermuten lassen? Egal - auch wenn nicht - ruft an und lasst es uns wissen:
0931 4063 492
(Es geht ein stinknormaler AB ans Telefon, einfach nach dem -bliep- sprechen, singen, schwer atmen whatever)