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Night on Earth, every night...

Subscribe | Retrun to feeds | Users subscribed: 4 | Last Updated: Sep 05 2008, 07:32:33

Elektrisches Fallobst

05 Sep 2008 05:46:10 | Torsten Bentrup | Kollegen,Technisches | Comments

So wurde mir das noch in der Berufsschule beigebracht, man sagt nicht “Glühbirne”. Glühbirnen sind elektrisches Fallobst…

Aber ich sage ja auch immer noch “Schraubenzieher”, obwohl ich damit Schrauben drehen will.

Wie dem auch sei, Glühbirnen gehen mal kaputt. Da konnte der W211er am Mittwoch abend auch gar nichts für.

In meinem alten Dienstwagen hatte ich für solche Fälle immer ein Sortiment der nötigen Leuchtmittel (ja, ich kanns!) im Kofferraum und 1-2 Minuten später wieder eine korrekte Beleuchtungseinrichtung.

Und dann grinst mich kurz nach Dienstbeginn die Fehlermeldung “Abblendlicht rechts defekt” an. Kurz über Funk nach dem üblichen Prozedere beim neuen Arbeitgeber gefragt:

“Fahr mal zur Zentrale, die müssten noch die Birnen haben.”

Und dann bin ich gescheitert. Mit meinen dicken Fingern komm ich da beim besten Willen nicht ran, auch Chefs Versuche blieben letztendlich erfolglos. Übel verbaut.

Mercedes hat übrigens vor Jahren auf die ersten Beschwerden dieser Art klassisch reagiert:

“Die Lampen halten solange, da kann man auch alle paar Jahre mal in die Werkstatt fahren.”

Blöd nur, daß in der Praxis alle paar Wochen irgendein Lämpchen kollabiert, bei manchen Fahrzeugen kann man regelrecht von “Verbrauch” sprechen.

Wir brauchten also Expertenhilfe. Und die war grade in der Pause.

“Dann nimm halt nen anderen Wagen!”

Für diesen Satz hab ich die Firma gewechselt! :D

Nach dem Weiterklick gibts noch ein Detailfoto des Experten. Man kann auch sehr genau erkennen, welche besondere Eigenschaft ihm diesen Titel eingebracht hat:

4,5

Martin ist tatsächlich der einzige in der Firma, der ohne Demontage anderer Teile die rechte Abblendlichtlampe tauschen kann!


Czernoch mit ch!

03 Sep 2008 05:26:09 | Torsten Bentrup | Fahrgäste,Paderborn,Taxiblog intern | Comments

Es ist wirklich unglaublich. Ich fahre für Paderborns ältestes, noch bestehendes Taxiunternehmen. Unsere Kunden haben über 50 Jahre Zeit gehabt, sich den Namen zu merken.

Die Aussprache ist auch ganz einfach, wie man es schreibt, also Tschernoch.

Und trotzdem, mindestens jeder zweite Kunde erfindet unseren Namen neu:

“Czernoff” ist am beliebtesten, “Czech” die neueste Erfindung. “Czernobyl” ist zum Glück (in diesem Fall) für die jüngeren Fahrgäste gar keine Assoziation mehr wert, diese Bezeichnung hört man nur noch sehr selten. Auch schon gehört hab ich “Czerno” oder “Czernock” und eigentlich alle möglichen Kombination davon.

Aber was rege ich mich auf…

Alle schaffen es immerhin, sich unsere Telefonnummer zu merken und fehlerfrei zu wählen.

Obwohl, vor ein paar Tagen hab ich tatsächlich eine Beschwerde entgegengenommen. Unsere Zentrale wäre vom Handy nicht zu erreichen, komischerweise funktionierte es aber tadellos vom Festnetz aus.

“Da war erst laute Musik und dann ging da ein Computer dran!”

Ich konnte ihn dann aber von der Notwendigkeit der Vorwahl überzeugen. Darauf wäre er nie gekommen, er war ja schließlich in Paderborn…

Danke Jamba! Hättet Ihr Euch nicht eine andere Nummer als ausgerechnet 33333 aussuchen können? Wir (und wahrscheinlich in jedem Ortsnetz noch ein glückliches Unternehmen) waren viel früher da!

PS: Gerne wird übrigens auch über die Herkunft des Firmengründers gerätselt. Hier die Auflösung: “Hansel” Chernoch kam nach dem Krieg aus Bayern nach Paderborn. Die meisten Fahrgäste hatten also recht mit “Ausland”, aber den konkreten Freistaat hat kaum einer getippt.


Schule hat begonnen!

01 Sep 2008 07:28:06 | Torsten Bentrup | Fahrgäste,Paderborn | Comments

oder

“I-Dötze unterwegs!”

So oder so ähnlich werden hier jedes Jahr zu Schulbeginn die gefährlichen Schulwege “verbannert”.

Aber heute ist der 1. September, die Schulferien in NRW sind längst vorbei. Die Überschriften passen aber trotzdem, heute ist Ausbildungsbeginn in Paderborns großem Unternehmen der Elektronikbranche (sorry, die haben sich hier so oft umbenannt, der aktuelle Name fällt mir grad nicht ein…).

Und weil dieser Konzern ganz schön viel ausbildet, kamen die Azubis gestern abend kurz nach Dienstbeginn gleich busladungsweise aus allen Himmelsrichtungen am Firmensitz an und wurden dann von uns auf die Werkswohnungen verteilt.

Der neue Jahrgang macht auch schonmal einen sehr guten Eindruck. Zumindest meine Fahrgäste waren sehr sympathisch und vor allem wissbegierig. Eine sehr gute Idee, den Taxifahrer gleich nach Infos und Tipps zum neuen Wohnort auszuquetschen!

Und dabei bin ich dann ein bischen ins schwimmen gekommen. Supermärkte und Comicshop hab ich noch auf die Reihe bekommen (hey, zwei aktive Rollenspieler von vier Azubis, Hammerquote)!

Aber wo gehen Menschen in Paderborn hin, die halb so alt sind wie ich? “Cube” war klar, “Resi” mit Hinweis auf den “Schicki-Micki-Charakter” und “Capitol”, wenn man auch mal die umliegende Landbevölkerung kennen lernen will. Das klingt jetzt negativ, ist aber lieb gemeint. Für mich wäre auch altersmäßig das “Capitol” die erste Adresse in Sachen Großraumdisco.

Das “Limmericks” und “Sappho” hab ich leider vergessen. Sympathische Läden, zu später Stunde mit Hang zur leichten Siffigkeit, muß man mit klarkommen, ich tu es.

Bis zu den Kneipen bin ich leider nicht mehr gekommen, hiermit reiche ich mal “Alles ist gut”, “Willys Heartbreak”, “Lenz”, “Bar Celona”, “Hemingways” und “Uhlenspiegel” nach. Die Liste ist natürlich unvollständig…

Bei den Steakhäusern wars dann einfach, die sind alle sehr gut. Wohl eine Nebenerscheinung unserer Briten. Die stehen da total drauf.

Und jetzt brauche ich mal die Hilfe der Paderborner unter Euch. Welche Läden muß man als Neu-Paderborner um die 20 unbedingt mal besuchen? Gebt mir doch mal ein paar Tipps, gerne auch ausführlich begründet.

Ich geh mal stark davon aus, daß Ihr damit ein paar Leuten den Einstieg in unsere schöne Stadt erleichtert. Mindestens einer hat angekündigt, daß er vorbeischauen will. Ich hab ihm vom Taxi-Blog erzählt, nachdem er angekündigt hat, ein “Azubi-in-Paderborn-Blog” aufzumachen…

Was ich übrigens auf der Fahrt auch zu erwähnen vergessen habe: Paderborner wird man nur ganz langsam. Es dauert als “Auswärtiger” meist ein paar Jahre, bis man uns schätzen und lieben lernt. Aber viele, die nur mal eben zur Ausbildung/Studium/des Jobs wegen nach Paderborn kamen, wollen nie wieder weg. Also durchhalten, Paderborn ist besser als man zuerst denkt!

PS: Wo wir schonmal dabei sind, die empfehlenswerteste Taxirufnummer ist 05251/33333! :D


Wenn Hemingway das erlebt hätte…

30 Aug 2008 06:55:27 | Torsten Bentrup | Briten,Paderborn | Comments

Obwohl, wahrscheinlich sind es eh nur meine schmutzigen Gedanken:

Cock-Tails

Andererseits war der Innenraumgestalter doch ein wenig ungeschickt in seiner Worttrennung. Auf jeden Fall ist es wohl gut, daß unsere britischen Soldaten eher weniger ins “Hemingways” gehen.

Davon abgesehen sollen die Cocktails dort aber ziemlich gut sein.

Übrigens: Sagt mir doch bitte Bescheid, wenn Ihr irgendwann in ein paar Jahren mal einen Briten mit Vornamen “Torsten” trefft. Dann hätte meine Kundin letzte Nacht nämlich nicht gelogen. Sie hat mir versprochen, ihren Erstgeborenen nach mir zu benennen.

Zum einen, weil sie den Namen noch nie gehört hat und ihn toll, ausgefallen und exotisch fand. Und auch, weil ich immer noch nett war, als ihre Freundin sich die Seele aus dem Leib gekotzt hat. Im Taxi! Wir waren aber auch alle froh, daß der mitgebrachte Plastikbeutel dicht hielt. :D


Isser nicht nett?

28 Aug 2008 08:34:04 | Torsten Bentrup | Fahrgäste,Kollegen,Paderborn | Comments

Wenn ich mich schonmal an den Bahnhof stelle (mit dem Taxi)…

Eine Stunde auf “dem Ersten” ohne Fahrt. Die Wagen hinter mir wurden nach und nach für Zentralfahrten abgezogen, mir blieb nur das Warten.

Der richtige Zeitpunkt für eine Zigarettenpause. Schließlich gibt es zwei wichtige Regeln an erfolglosen Tagen:

1.) Fahrgäste kommen immer dann, wenn die Zigarette grade brennt.

2.) Fahrgäste kommen immer dann, wenn der brühend heiße Kaffee grad eingeschenkt wurde.

Die Kombination beider Suchtmittel führt vermutlich zum Zusammenbruch des Raum-Zeit-Kontinuums.

Nun, wo ich schonmal raus aus dem Dienstdaimler bin, kann ich ja auch mal mit den Kollegen quatschen. Nee, falsches Wort. Ich hab gemeckert. Es war die richtige Zeit, der richtige Ort und der richtige Ansprechpartner. Während der Fahrt gegenüber Fahrgästen ist übrigens immer falsch, falsch und falsch. Und peinlich.

Wie ich also so vor mich hinmeckere, über meine generelle Bahnhofsunlust und die lange Wartzeit lamentiere stelle ich mir auch schonmal die voraussichtliche Kürze der langerwarteten Fahrt vor:

“Und dann gehts eh wieder nur zum Arosa oder so…”

Die Antwort des Kollegen kam prompt:

“Is ja wohl auch besser so. Bei Fernfahrten machst Du ja nur das Taxi kaputt!”

Menno! Ein einziges Mal…

Die Fahrt ging dann zur Zentralstation, eine knappe Gehminute vom Arosa entfernt. Da tat der Wert der entsorgten, nur halb gerauchten Zigarette doppelt weh.


“Du hast doch Zeit, oder?”

26 Aug 2008 04:56:25 | Torsten Bentrup | Sonstwas,Taxiblog intern,Technisches,Verkehr t | Comments

fragte mein Chef zu Dienstbeginn und drückte mir den Schlüssel für den ältesten Wagen auf dem Hof in die Hand.

“Dann fahr mal grad zu Lightpower und hol da was ab, dann kommst Du wieder hierhin.”

Alle Wagen mit Europa-Navi waren noch mit der Tagschicht unterwegs, die Pakete mussten aber schleunigst abgeholt werden. Sechs mittelgroße Pakete sind ja auch fix umgeladen. Und natürlich auch gesichert, zumindest im Rahmen der Möglichkeiten im Kombi.

Es sollte also nach Wien gehen, eine eilige Kurierfahrt. Laut Auftragsschein eine einfache Strecke von 880 Kilometern, voraussichtliche Ankunftszeit etwa um halb 4 Uhr morgens.

(Lang, drum klick!)

Auch wenn solche Fahrten natürlich nicht nach Taxitarif abgerechnet werden ist sowas eine echte Traumtour. Mit der E-Klasse auf die leere Autobahn, Tempomat rein, Radio aufdrehen und ab dafür. Endlich konnte ich auch mal testen, was meine Arbeitsgeräte wirklich können.

Nunja, ich war ein bischen enttäuscht. Bei Tempo 210 war schon Schluß. Zu allem Überfluß fing der Motor bei der Geschwindigkeit an zu “pumpen”. Kann man schwer erklären. Es war, als wenn man ständig gegen einen schlecht programmierten Begrenzer anfährt. Bei 210 ließ die Leistung ganz kurz nach und war dann sofort wieder da. Aber warum sollte das bei knapp über 4000 Umdrehungen passieren, der rote Bereich beginnt erst deutlich später. Das Winterreifen-Tempolimit im Bordcomputer war auch nicht gesetzt.

Egal, 210 km/h ist auch völlig ausreichend. Zu der Zeit lief noch Eins Live im Radio. Irgendwie wurde das Radio immer lauter, ich mag die Lautstärkeregelung am Lenkrad! Und irgendwann nicht mehr. Unfassbar! Das superduper Comand-System ist einfach zu leise! Wie soll man denn da richtig abrocken können, pah. Oder gibt es da einen Trick, so wie bei vielen “gedrosselten” MP3-Playern?

Lange hab ich mich nicht geärgert. Es gab ja schließlich auch noch die anderen Verkehrsteilnehmer, ich hab sie nach kurzer Zeit nur noch “Die Bekloppten” genannt.

Normalerweise fahre ich nur mal ein paar Kilometer A33, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich da mal eine gefährliche oder dumme Aktion erlebt habe. Letzte Nacht sah ich den ganzen Wahnsinn, den ich sonst nur aus Kommentaren und Foren kenne. Es verging keine halbe Stunde, in der ich nicht für andere mitdenken mußte. Und es war Sonntag Nacht, kaum Verkehr und die ganzen 1.800 Kilometer nicht ein einziger Stau. Wie ist das dann erst, wenn die Bahnen mal gut gefüllt sind?

Mit den “Linke-Spur-Schleichern” trotz freier rechter Spur hatte ich irgendwann nur noch Mitleid. Wer so merkbefreit durchs Leben driftet, hat bestimmt auch noch mehr Probleme.

Ärgerlicher und deutlich gefährlicher waren da die Überholer. Man sollte doch meinen, daß man vor dem Ausscheren einen tiefen Blick in den Rückspiegel wirft, oder? Nö, einfach ohne zu blinken und ohne zu schauen rechts rüber. Die anderen haben ja auch Bremsen.

Deutlich übertrieben hat es dann ein Van-Fahrer kurz nach Anbruch der Dunkelheit. Der hat nämlich damit gewartet, bis ich nur noch wenige Meter hinter ihm war. Ich mit 180, er hatte vielleicht die Hälfte drauf. Nun, ich weiß jetzt auch, daß der Bremsassistent, meine Reflexe und das ESP wunderbar funktionieren. Es war Milimeterarbeit.

In Erinnerung geblieben ist mir auch ein französischer Renault-Fahrer. An jeder Baustelle überholte er mich munter, damit ich die nächsten Kilometer auf freier Bahn hinter ihm hängen kann. Ein unglaublich sturer Linksfahrer.

Irgendwo in Deutschland musste ich nochmal teuer tanken, ich hab das Taxi mit 3/4-vollem Tank übernommen. Die McDonalds-Reklame erleichterte die Entscheidung, von denen hatte ich noch einen Kaffee-Gutschein!

McKaffee

Obwohl noch hunderte Kilometer von der Grenze entfernt, wurde ich direkt an der Zapfsäule aufgeklärt: Pflicht zur Mitführung von Warnwesten (für mich ja auch in Deutschland, gewerblich genutztes Fahrzeug) und natürlich die Autobahnmaut.

Shit, meine eigene Weste liegt im Privatwagen in der falschen Tasche. Und ich hab noch nie nachgeschaut, ob und wenn ja, wo die Westen in Czernoch-Taxen liegen. Jetzt weiß ichs, hinter der Seitenverkleidung im Kombi. Also brauchte ich nur die Vignette.

Pickerl

Trotz vieler Baustellen kam ich prima durch, wenig später war ich dann auch schon in Österreich.

Und da wurde das Radioprogramm einfach nur noch unterirdisch. Gefühlte 90 Prozent Schlager und “Volkstümliche Musik”. Und die wenigen Sender, die auch mal Pop oder Rock spielten, nervten mit ganz merkwürdigen Marotten. Manche spielen ein paar prägnante Takte, erzählen dann, was sie da grad gehört haben um dann das volle Lied zu spielen. Dreckselendige Zeitschinderei.

Aber immerhin weiß ich jetzt (7-mal!), daß Anastasia total erfolgreich ist und in zwei Monaten eine neue Single rausbringt, die der betreffende Sender (es waren mind. 2 verschiedene Sender) exklusiv schon spielen durfte.

Und ich will niemals mehr “das Beste der 60er, 70er, 80er, 90er und von Heute” hören (zwei Senderslogans zusammengesetzt). Nie mehr!

Wusstet Ihr eigentlich, daß es nur 10 verschiedene Lieder auf diesen Sendern zu hören gibt?

Mein Ärger wurde dann aber schnell durch ein paar Blitzlichter abgelöst. Ich bin in Österreich 98% mit Tempomat unter strikter Einhaltung der Geschwindigkeitbegrenzung gefahren. Nur hier hab ich nicht schnell genug von 130 auf 100 runtergebremst, so 115 bis 120 hatte ich noch drauf. Soll wohl (ich hatte deutlich mehr erwartet) zwischen 25 und 50 Euro kosten. Mistmistmist!

In Wien an der Zieladresse angekommen versuchte ich dann jemand zu erreichen. Blöd, keiner da. Zum Glück hatte ich eine Handynummer. Nach einiger Zeit meldete sich auch eine verschlafene Stimme.

“Oh, ja, ist richtig. Ich bin im Hotel 3 Kilometer entfernt.”

Nun, auch das war schnell gefunden. Abladen, Unterschrift einholen und mal ein bischen nachfragen.

Ja, die Sendung (ein paar LED-Lichtmodule mit Zubehör) war wirklich sehr eilig. Gebraucht wurden die Module für die Karaoke-Quiz-Show “Sing and Win!” des Privatsenders ATV, deren teuerste Eigenproduktion mit Reinhard Fendrich als Moderator. Und die Aufzeichnung sollte am Montag beginnen.

Die Rückfahrt verlief dann erstmal einigermaßen unspektakulär. Sehr ärgerlich, daß ich keine günstige Tankstelle finden konnte. Ich hätte wohl von der Haupt-Urlaubsroute abweichen müssen, aber das war es mir dann für die paar Euro auch nicht wert. War also nichts mit Tanktourismus.

Kurz vor Würzburg hat es mich dann erwischt. Der Motor reagierte nicht mehr aufs Gaspedal, ich rollte auf dem Standstreifen der A3 aus. Warnblinker, Warnweste an und Warndreieck aufgestellt.

Ich brauchte den ADAC. Aber wo genau bin ich? Ob der ADAC auch mit den Koordinaten aus dem Navi was anfangen kann? Keine Ahnung, aber am Horizont stand eine Notrufsäule.

KM 323,5

Der “Gelbe Engel” kam dann auch nach einer halben Stunde. Selten einen solch unfreundlichen und unsympathischen Menschen erlebt.

Zuerst wollte er mein Mitgliedschaft nicht akzeptieren. Das wäre ja schließlich ein Firmenwagen und dann gilt das nicht. Hätte er das wirklich durchgezogen, wäre das ein Kündigungsgrund gewesen. Ich bin mit einer Autopanne liegengeblieben, da ist mir sowas von egal, wem das Auto gehört. Zumal ich mindestens schon ein halbes Dutzend mal mit einem Taxi Pannenhilfe in Anspruch genommen habe.

Nach langwieriger Datenaufnahme hat er sich dann doch herabgelassen, unter die Motorhaube zu schauen. Nach 2 Sekunden war die Diagnose klar:

“Motorschaden, da kann ich nichts machen. Ich rufe ihnen einen Abschlepper. Wo wollen Sie denn hingeschleppt werden. Um die Ecke ist eine Mercedes-Werkstatt, die machen aber hauptsächlich LKW. In Würzburg ist die nächste Niederlassung.”

“Dann lieber nach Würzburg.”

“Würd ich auch sagen. Ist halt nur ein bischen teuerer.”

Wie jetzt, ich soll fürs Abschleppen in die nächste Markenwerkstatt für meinen Fahrzeugtyp bezahlen. Hallo, gehts noch?

Seine Diagnose ging allerdings in Ordnung, leichtes Kreischen der Zylinder beim Startversuch und am Ölpeilstab vorbeigedrücktes Öl sind da deutliche Indizien.

Er verließ mich dann zügig und kaum 30 Minuten später war der Abschlepper da.

“Das ist doch kein Problem, natürlich fahre ich sie auf ADAC-Kosten nach Würzburg.”

Im Auftrag des Herrn

Geht doch. Kurzer Umweg zum Fahrerwechsel und ich lernte den zweiten netten Abschleppfahrer kennen. Er war es dann auch, der mich über die bedeutenden Unterschiede zwischen Bayern und Franken aufklärte.

Ab hier wurde es dann angenehm, aber zeitraubend, runde 4 Stunden hab ich in Würzburg verbracht. Liegt auch daran, daß die Mercedes-Benz Niederlassung dort einfach nur perfekte Arbeit geleistet hat. Und das sage ich nicht nur, weil ich dort meinen gestörten Koffeein-Haushalt wieder korrigieren konnte.

Der erste freie Platz in der Werkstatthalle war meiner.

Klipp-Klapp

Man wollte erstmal eine Diagnose erstellen, damit nicht irgendwelche Ausschlüsse der Mobilitätsgarantie zum Tragen kommen. Der Blick in die Kolben per Storz-Endoskop brachte dann Gewissheit: Kolbenfresser, der Motor muß raus.

Als Ursache dafür vermutete man ein “Loch im Kolben”. Sowas kann passieren, wenn die Common-Rail-Injektoren, die für die Einspritzung mit bis zu 1600 Bar nicht hundertprozentig genau justiert sind. Dann explodiert der Diesel an einer falschen Stelle und irgendwann gibt halt das “falsch belastete” Material auf.

Hab ich schon erwähnt, wie alt das Taxi war? In 14 Tagen hätte er seinen zweiten Geburtstag gefeiert. Der Schaden geht also voll auf die Kappe von Daimler! Vermutlich wäre der Motor erst nach Ablauf der Garantie kaputt gegangen, wenn ich ihn nicht in dieser Nacht mal ein wenig gefordert hätte.

Kurz nach der Diagnose saß ich schon im Taxi eines sehr symphatischen Würzburger Kollegen und wurde kostenlos zu einer Mietwagenfirma chauffiert. Ein Leih-Taxi hatte man leider nicht, aber es wurde trotzdem eine E-Klasse mit identischer Ausstattung als Limousine. Und bis der Wagen am Wochenende wirklich fehlen würde, ist der Motor hoffentlich gewechselt.

Drei Stunden später war ich dann endlich wieder in Paderborn, drückte meinem Chef den Papierkram in die Hand und schrub meinen gestrigen Eintrag

PS: Einige der gestrigen potenziellen Überschriften müsste ich weitläufiger erklären. Fragt einfach.


21 Stunden

25 Aug 2008 14:32:15 | Torsten Bentrup | Sonstwas,Taxiblog intern,Technisches,Verkehr t | Comments

Ja, richtig gelesen. Ich bin grad zur Tür reingekommen (*), vor ein paar Minuten habe ich meine “Nachtschicht” beendet. Einundzwanzig Stunden…

Objects in the rear view mirror

Freut Euch also auf die unglaublich lange Geschichte der letzten Stunden.

Da ich jetzt allerdings dringend schlafen muß, werde ich wohl erst im Laufe der Nacht alles niederschreiben. Netter- und nachvollziehbarerweise hat mein Cheffe mir die Anwesenheitspflicht heute Abend erlassen. Liebenswürdig, nech? :D

Damit Euch nicht zu langweilig wird, dürft Ihr die nächsten Stunden raten, was mir widerfahren ist.

Als kleine Hilfe gibt es ein paar potenzielle Eintragsüberschriften. Ich hatte ja viiiiel Zeit, mir welche zu überlegen:

“Anfang gut, Ende gut. Im Mittelteil mehr so mittel…”

“Traumtour - Alptraumtour”

“Bis zum Ende der Welt und noch ein bischen weiter…”

“Machos fangen pünktlich an!”

“Nur Bekloppte hier! Nur Bekloppte!”

“Du hast doch Zeit, oder?”

“Wie ich letzte Nacht das (**) Fernsehen rettete!”

“Sing, win, aber das Radio ist trotzdem zu leise!”

“Ausgezeichnet aufgezeichnet!”

“Guten Tag, Planet Express!”

“Warum ich dem ADAC beinahe die Freundschaft kündigen würde”

“Ich brauch dann mal die Navi-CD 2″

“Mein Dienstwagen hat ein neues Feature für nur 7 Euro 70!”

“Oooh-Nein! Nicht SCHON wieder! (double-feature)”

“4 Belobigungen und ein Todesfall (+Bonus-Hassfigur)”

“Bei 210 ist Schluß!”

“Franken finden es nicht gut, wenn man sie Bayern nennt”

“Eins Live, ich hab Dich so vermisst!”

“Don’t forget the lyrics!”

“Nummer 7 lebt (nicht mehr)”

“Und die Sitze im Zwo-Elfer sind jawohle langstreckentauglich!”

“Eine Fahrt, ein Wochenumsatz. Passt!”

Alle sind mir während der Fahrt eingefallen. Manchmal sind die Herleitungen schon sehr abenteuerlich und die Überschriften beziehen sich teilweise auf völlig voneinander unabhängige, aber potenziell blogbare Ereignisse.

Kinners, ich würde nicht mit Euch tauschen wollen. Eigentlich habe ich auf alle Details Hinweise gegeben. Blöd nur, daß diese Hinweise meinem übermüdetem Hirn entsprungen sind. Das macht es nicht leichter für Euch.

Dann haut mal rein. Vielleicht kann ich noch eine halbe Stunde die Augen offenhalten und ein paar Hinweise kommentieren.

(*) Nicht ganz wörtlich zu nehmen. Der Rechner mußte unerwartet hochgefahren, 50 offene Opera-Fenster wiederhergestellt (trotz Arcor) und Bilder vom Handy gezogen und bearbeitet werden. Ich war um 15 Uhr zuhause und bin gestern um 18 Uhr zum Dienst erschienen.

(**) Hier würde ein Wort stehen, daß sehr direkt einen Teil des Rätsels erklärt. Das wäre ja doof!


Katzen und Hunde

24 Aug 2008 06:10:21 | Torsten Bentrup | Fahrgäste,Paderborn | Comments

Es gibt Dinge, die man nur einmal macht. Ich hab wirklich gedacht, die Fahrgäste würden den Scherz verstehen…

Am Freitag Abend war ja in Paderborn “Land unter”, zeitweise schiffte wie aus Kübeln. Keine besonders gute Zeit zum Autofahren, die Scheibenwischer überfordert, die Sicht doch extrem eingeschränkt.

Normalerweise sollte man rechts ranfahren und den Schauer abwarten. Aber dann fährt mir noch jemand den Kofferraum kaputt! Und die Fahrgäste wollten schließlich pünktlich zum Zirkus.

Während ich mich darauf konzentrierte, wenigstens die ersten paar Meter Straße hinter der Motorhaube noch zu treffen, fing mein Beifahrer an zu smalltalken:

“Boah, da kommt aber was runter. Man sieht ja kaum noch die Straße!”

“Och, machen Sie sich keine Sorgen. Ich fahre seit ein paar Minuten nur noch nach dem Straßenverlauf im Navi!”

Bis zum Ziel sagte er keinen Ton mehr. :)


наркотик

22 Aug 2008 04:59:11 | Torsten Bentrup | Fahrgäste,Paderborn | Comments

Kurz vor der ersten Kaffeepause hab ich mein Glück nochmal am Taxistand Liboriberg versucht. Am frühen Abend keine schlechte Idee, diesmal durfte ich auch gleich auf die Pole Position. Der nächste “Anläufer” ist meiner.

Nach 10 Minuten geht die Beifahrertür auf, ein Gesicht schaut rein. Schweißperlen auf der Stirn, wirres Haar, leichtes lallen, grad erwachsen.

“Entschuldigung, hier ist doch irgendwo die Klinik für Drogen. Können Sie mir sagen, wo das ist?”

“Das müsste die Westfälische Landesklinik sein. Hier gradeaus, rund zwei Kilometer.”

“Oh, so weit. Was würde das denn kosten?”

“Etwa 6 Euro.”

“Würden Sie mich dahin bringen? Ich geb Ihnen das Geld sofort, ich hab Geld!”

Das Gute an Junkies ist, daß die immer schon das Geld in der Hand halten, wenn sie sich mal ein Taxi nehmen wollen (und können). Vielen sieht man den Konsum harter Drogen schon an, die meisten Kollegen würden eh Vorkasse verlangen.

“Kein Problem, komm rein.”

Nachtschichtangewohnheit. Im Taxi wird eigentlich fast immer geduzt, beidseitig. Die wenigen Ausnahmen erkennt man als Fahrer eigentlich recht einfach: Geschäftskunden, Leute weit jenseits irgendeiner Jugendlichkeit, …

Unterwegs fängt er an zu erzählen, vier rote Ampeln lassen uns ein wenig Zeit.

Seine Droge ist Heroin, sein Leben scheiße und überall nur Probleme. Er ist Russland-Deutscher, das macht das Leben nicht grade einfacher.

“Ich wollte mich umbringen, Tabletten. Viele.”

Nervös wurde ich, als seine Antworten immer unverständlicher werden, manchmal gar nicht auf die Fragen passen.

An der Klinik angekommen versuche ich jemand zu erreichen. Eine schöne, große Klingel mit der Aufschrift “Nachtaufnahme”. Keiner meldet sich, keiner kommt.

Er war inzwischen ausgestiegen und hockte an die Hauswand gelehnt. Versucht sich eine Zigarette anzuzünden. Im vierten oder fünften Versuch klappt es, immer wieder gleitet die Kippe durch seine Finger und fällt auf den gepflasterten Boden.

Ich hab dann die Feuerwehr angerufen, kurz die Situation geschildert und um Hilfe gebeten.

“Wir rufen da mal an und schicken Ihnen jemand!”

Während wir noch ein paar Minuten warteten, versuchte ich ihn wachzuhalten. Reden, Antworten einfordern. Eine Zigarette zusammen rauchen.

Jetzt kümmern sich die Ärzte in der Suchtklinik um ihn. Ich hoffe, er gewinnt den Kampf.

PS: Die Überschrift ist russisch und heißt schlicht “Droge”


Der Sympathieträger

20 Aug 2008 03:28:39 | Torsten Bentrup | Fahrgäste,Paderborn | Comments

Manche Menschen sind einem sofort unsympathisch. Passiert mir selten, aber es war mal wieder soweit. Er steht schon vor der Tür, als ich ankomme.

“Hey, komm mal mit!”

“Wofür?”

“Du mußt mir tragen helfen!”

Nun gut, man ist ja serviceorientiert…

Gemeinsam haben wir dann den fetten Fernseher in den Kombi gewuchtet. Unterwegs bat ich ihn, doch mal einigermaßen grade zu halten.

“Hehe, noch nie richtig gearbeitet, was?”

In dem Moment hätte mir der Fernseher ungeschickterweise aus den Händen gleiten sollen. Ich bin zu gut für diese Welt.

“Ausgebildeter Radio- und Fernsehtechniker. Du trägst in Deinem Leben nicht mehr so viele Fernseher, wie ich schon hinter mir habe.”

“Zur $Straße. Stört Dich doch nicht, wenn ich das Fenster öffne, nech!”

Surr. Ruhig bleiben. Auch wenns regnet, der Kunde ist König.

An der ersten Ampel übte er dann Kommunikationstechniken mit den weiblichen Fußgängern.

“Hey, Schlampe!”

Dann halblaut, mehr zu sich selbst.

“Mich verarscht keiner mehr, mich nicht. Mich habense immer beschissen, mit mir nicht mehr!”

Soso…

“Von welcher Seite müssen wir denn in die $Straße?”

“Mußt Du doch wissen, bist doch Taxifahrer!”

“Die Straße ist in der Mitte gesperrt. Wenn Du die Kiste gerne weiter als nötig schleppen willst, meinetwegen. Ich helf Dir nicht.”

Nach einigem Gemaule wusste ich dann, hinterer Teil. Na prima, dann springt der Umsatz wenigstens über die 5-Euro-Marke.

“Warum biste denn da nicht rechts gefahren?”

“Warum sollte ich? Möchtest Du lieber durch eine Spielstraße fahren, wenn es über die Hauptstraße genauso weit ist? Abgebogen wäre ich nur zum oberen Teil der Straße.”

“Hehe, bist nen ganz Schlauer, was? Der letzte Taxifahrer wollte für die Fahrt 20 Euro haben. Hat drei Wochen im Krankenhaus gelegen, gebrochener Kiefer, verstehste. Aber Du bist ja nen Schlauer!”

In dem Moment beschloß ich, daß mir das kleine Maleur ja auch beim ausladen passieren kann.

Es kam leider anders.

Am Ziel drehte er nochmal auf:

“6,40? Sechs Euro reichen auch!”

Bevor ich platzen konnte sprang schon ein Kumpel von ihm auf uns zu.

“Hör nicht auf ihn, der hat eh keine Ahnung.”

Sprachs, bezahlte und beide trugen gemeinsam die Glotze ins Haus.

Schade.


Grandpa

19 Aug 2008 05:07:35 | Torsten Bentrup | Briten,Fahrgäste,Paderborn | Comments

Nicht nur die Buchhändlerin hat ab und zu mit liebenswürdigen, lustigen älteren Kunden zu tun.

“Meiner” winkte in der Nähe des Westerntors. Ein Kollege sah ihn und schickte mich hin, er war noch besetzt. Ein stattlicher, elegant gekleideter Herr in den (geschätzten) Achtzigern.

Seine erste Frage war nach meinen Englischkenntnissen. Klar doch, sonst wäre die Nachtschicht in Paderborn auch nur sehr schwer möglich. Selten hab ich jemanden so glücklich gesehen.

Die nächsten Minuten der Fahrt war er nur am schwärmen. So ein wunderschönes Land, so eine tolle Stadt (ja, er meinte Paderborn!) und überall so nette Menschen!

Nun, das letzte Mal war er im zweiten Weltkrieg in der Gegend…

“Ich verstehe gar nicht, warum wir früher soviele Schwierigkeiten miteinander hatten!”

Oh-oh, don’t mention the war!

Ich hab mich dann mit “Nunja, wir haben die letzten 60 Jahre ja auch dazugelernt…” gerettet.

Er hat sich an dem Nachmittag von seinen alten Kriegskammeraden abgeseilt und eine Shoppingtour unternommen. War doch klar, daß er mir seine frischerstandenen Schätze stolz vorführen musste.

Aus den Tiefen seiner Plastiktüte holte er drei DVDs.

“Der blaue Engel” mit Marlene Dietrich von 1930, dazu ein Sammlung von WKII-Reportagen aus dem Hause Guido Knopp und ein Best-of der “Sexy Sport Clips”.

Wenn ich mal alt bin, will ich auch so werden! :D

Und noch eine Zusatzomi:

In der gleichen Nacht durfte ich auch eine ältere Stammkundin fahren. Quasi seit ihrer Schulzeit Stammkundin von uns und “immer so zufrieden, sie sind immer so nett und zuverlässig!”. Sowas hört man doch sehr gerne.

Beim Bezahlen erwähnte sie dann noch eine Freundin:

“Die fährt ja immer mit $Mitbewerber. Da muß sie dann Quittungen sammeln und einmal im Jahr bekommt sie einen Rabatt ausgezahlt. Das geht doch nicht! Sie müssen doch auch bekommen, was Ihnen zusteht!”

Hach, das ist doch eine viel bessere Motivation als schnöder Mammon (großzügige Trinkgelder gabs bei beiden Fahrten natürlich noch obendrauf).


Wendeldeppen

16 Aug 2008 05:21:48 | Torsten Bentrup | Kollegen,Paderborn | Comments

Eigentlich lästere ich total ungern über Kollegen. Aber es gibt eine Ausnahme… Es geht also mal wieder um Paderborns unbeliebtestes Personenbeförderungsunternehmen, eine Mietwagenfirma mit einem zwei Alibitaxen (möge Allah den Verkäufer der zweiten Lizenz fürchterlich bestrafen!). Die detailierten und beweisbaren Gründe für meine Abneigung werde ich irgendwann nachliefern, wenn das Unternehmen endlich in die wohlverdiente Pleite geschlittert ist.

Aber ich wollte die Geschichte von letzter Nacht erzählen.

Ich wurde zum “Caliente” geordert, einer Disco am Stadtrand, die vor über einem Jahr eröffnet wurde.

das Caliente in Paderborn

Auf diesem Bild sieht man die gesamte Front. Links ist der Eingang, die obere Etage beherbergt die Disco. Ganz rechts auf dem Bild sieht man schemenhaft eine schmale Wendeltreppe aus Metall, die in Notfällen als Fluchtmöglichkeit dient.

Ich fahre also vor den Eingang, steige aus und melde mich im Kassenbereich. Wir erinnern uns, das war links. Man sieht auch noch meine Rücklichter.

Während ich auf meine Fahrgäste warte, schießen zwei Mietwagen dieses Unternehmen über den Parkplatz und kommen an eben dieser Fluchtwendeltreppe zum stehen.

Ich wiederhole mich vorsichtshalber: Der Eingang ist links, er ist deutlich erkennbar und noch extra beleuchtet. Und es steht eine Taxe da, die offensichtlich auf Kunden wartet.

All das hat keinen der beiden Fahrer interessiert. Zielstrebig erklimmt einer der Wendeltreppe, überwindet Stufe für Stufe und rüttelt oben an der natürlich von außen nicht zu öffnenden Fluchttür.

Kletten ist fein!

Es hat locker drei Minuten gedauert, bis einer auf die Idee kam, doch einfach mal den Haupteingang zu benutzen. :D

Sorry für die schlechten Bilder…

Es war unglaublich schwer, gleichzeitig zu lachen und zu knipsen…


Kollegenreaktionen

14 Aug 2008 18:36:12 | Torsten Bentrup | Kollegen,Paderborn,Taxiblog intern | Comments

Den Taxifahrer in den anderen Firmen ist es natürlich auch nicht verborgen gegangen, daß ich gewechselt habe. Da bleiben entsprechende Gespräche am Taxistand nicht aus.

Am häufigsten war die Frage:

“Hattest Du Stress mit Deinem Ex-Chef?”

Ihr wisst es, hatte ich nicht. Ich war einfach die systembedingten Nachteile einer kleinen Firma leid.

Richtig gut tat der “Anschiß” eines selbstfahrenden Unternehmers:

“So geht das aber nicht. Wenn Du das nächste Mal wechseln willst, sagst Du mir gefälligst vorher Bescheid!”

So langsam bekomme ich das Gefühl, daß ich niemals arbeitslos werden könnte. Alle wollen mich! :D

Und so richtig erstaunt war ich über mehrere Kollegen, die es natürlich immer schon wussten:

“Hab ich nie verstanden, warum Du für den gefahren bist!”

“In so einer Scheißkarre hätte ich mich geschämt.”

oder auch in der niedlichen Version:

“Die neuen Autos stehen Dir viel besser!”

Nonverbal gehts auch, Ein Kollege, der eigentlich nicht wirklich gut mit meinem jetztigem Arbeitgeber (und den meisten anderen Taxiunternehmen in PB) klarkommt, zeigte mir im Vorbeifahren den erhobenen Daumen. Grade von ihm hätte ich eher kritische Worte erwartet. Da muß ich doch nochmal nachhaken, wenn ich ihn mal am Stand treffe.

Hmm, eigentlich sollte ich gleich mal wieder kündigen und woanders anfangen. Nur, um mal zu erfahren, was die Kollegen jetzt im Moment von meinem Arbeitgeber halten. :)


Menno!

12 Aug 2008 05:39:26 | Torsten Bentrup | Paderborn,Sonstwas | Comments
Durchfahrt verboten

Ich habs ja verstanden! :D

Netterweise hat man die einzige Zufahrt zum Hotel aber doch ermöglicht, ein paar Meter gings dann halt über den Bürgersteig.

Ich muß mich sowieso wundern über Paderborns Baustellen. Die Bahnhofstraße ist wieder frei, deutlich schneller als erwartet (mit renovierten Bahnbrücken haben wir hier eigentlich nur schlechte Erfahrungen gemacht). Jetzt muß nur noch einer dran denken, die Zusatzampeln auf der Umleitungsstrecke wieder abzubauen.

Früher hatte ich deutlich häufiger das Gefühl, es würde häufig zu lange und zu rücksichtslos abgesperrt. Neue Leute in der Planung? Weitermachen!

Man muß ja auch mal loben!


Vorsicht, bissige Ampel!

11 Aug 2008 06:49:52 | Torsten Bentrup | Paderborn,Sonstwas,Verkehr t | Comments
Ampelborn

Ja, diese großklickbare Ampel ist nicht nur umzäunt, sondern oben auch noch zusätzlich mit Nato-Stacheldraht gesichert. Soll ja niemand in die 1,5 m² eindringen können…

Es gibt aber bestimmt einen Sinn für diesen Verhau, vielleicht hat es mit dem Libori-Abschluß-Feuerwerk zu tun. An der Stelle direkt am Paderquellgebiet ist traditionell ein Versammlungsort für die Zuschauer.

Ich hab übrigens kurz als Alternativ-Titel “Guantánamo Amp-Bayl” im Sinn gehabt. Erschien mir dann aber als zu geschmacklos. :D


Im Schatten des Eiffelturms

09 Aug 2008 04:26:52 | Torsten Bentrup | Paderborn,Taxiblog intern | Comments

Eine knappe Woche ist vergangen seitdem hunderttausende Menschen im Schatten des großklickbaren Turms standen.

Licht und Schatten

Libori hat dieses Jahr unglaubliche 1,5 Millionen Besucher angezogen, viele davon haben auch bei bestem Wetter im “Petit Paris” gesessen, gegessen und getrunken. Ich hab es ein bischen vermisst, gehört auch zu meiner “Standard-Runde” zur Sommerlibori. Aber ich hatte nur an den Wochenenden frei und da war es mir schlicht zu voll überall.

PS: Hab ich schonmal erwähnt, daß ich die Kamera im K800i faszinierend finde? Das Foto ist ausschließlich zugeschnitten und verkleinert, sonst habe ich nichts geändert. Geknipst hab ich es freihand aus dem Autofenster, zwar stehend aber mit laufendem Diesel.


Bäh-Klasse

08 Aug 2008 05:18:40 | Torsten Bentrup | Paderborn,Taxiblog intern | Comments

Dieses Fahrzeug stand gestern auf dem “Firmenparkplatz”:

Iiiih, B!

Bitte laß es es nur ein Werkstatt-Ersatzwagen sein. Das Kennzeichen deutet jedenfalls stark darauf hin, daß der Wagen (noch?) auf unseren Stamm-Daimler-Händer angemeldet ist.

Ich hab mir die B-Klasse mal bei Kollegen anderer Firmen angesehen, das war wirklich nicht schön…

Deutlich schlechtere Verarbeitung, billige Materialien. Die E-Klasse ist da eine ganz andere Welt. Auch die älteren von unseren “Neuen” mit weit über 200.000 km fahren sich noch so gut wie die neuesten Exemplare auf dem Hof. Das wird die B-Klasse nicht einhalten können.

Fairerweise muß man allerdings zugeben, daß der B durchaus einen Vorteil hat: Er ist billiger! Ein Mercedes-Taxi für deutlich unter 30.000 Euro ist durchaus okay. Das wars dann aber auch schon.

Andererseits, drückt mir doch lieber die Daumen, daß niemals ein Dacia da steht! Das wäre wirklich ein Kündigungsgrund…


Überzieher

07 Aug 2008 05:32:23 | Torsten Bentrup | Kollegen,Paderborn | Comments

Für die Kopfstütze natürlich. In der Libori-Woche fuhren ein paar ausgewählte Taxen mit den abgebildeten Kopfstützenschonern durch die Gegend.

Test

Stimmt, Werbung für die “Dienstleistung Taxi” tut Not. Besonders empfänglich ist der zu umwerbende Kunde natürlich dann, wenn er eh schon im Taxi sitzt.

Testtest

Und die Rückseite macht Imagewerbung für Volksfeste. Genialer Schachzug, während der Werbeaktion hätte man Libori sonst völlig übersehen.

Aber eigentlich bin ich nur neidisch, daß ich diese hübschen Überzieher nicht durch die Gegend fahren durfte. Keine Ahnung, ob Cheffe uns bewahrt hat oder ob es eine Aktion mit ausschließlich bestimmten Unternehmen war.


Zum Wahnsinnig werden!

06 Aug 2008 07:57:22 | Torsten Bentrup | Taxiblog intern | Comments

Scheiß Tagschichtgesellschaft!

Das ist jetzt der dritte Morgen, an dem pünktlich kurz nach 8 Uhr das Haus anfängt zu vibrieren. Irgendein Bohrhammer-Fräsen-Krachmach-Hausschüttelgerät raubt mir meinen Tagschlaf. Können die so einen Scheiß nicht ab 18 Uhr machen? Dann, wenn anständige Taxifahrer im Dienstwagen sitzen.

Menno. Eigentlich wäre es ja eine Geschäftsidee, ein Haus mit Wohnungen ausschließlich für Nachtschichtler. Dann würden solche Probleme gar nicht erst entstehen.

Weiß wenigstens einer von Euch, mit was für lauten Arbeiten man sich mehrere Tage in einer 70 m²-Wohnung beschäftigen kann?

Kabelkanäle stemmen?

Ach, wahrscheinlich wird nur eine tragende Wand unter meinem Bett entfernt.


Verkehrsprobleme II

06 Aug 2008 06:24:11 | Torsten Bentrup | Briten,Fahrgäste,Paderborn,Verkehr t | Comments

Dafür reicht ein kleines Foto der leeren Verpackungen, die ich vorgestern Abend neben der Rücksitzbank meines Dienstdaimlers fand:

...gra!

Den Inhaltsstoffen konnte ich entnehmen, daß es sich wohl um einen Nachahmer von V/agra handelt. Aber in flüssig und mit Geschmack. Konkret hatten die im Taxi konsumierten Beutelchen die Geschmacksrichtungen Ananas und Schwarze Johannisbeere.

Lecker! :D




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